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Freitag, 11. Januar 2019

Letzte Wünsche werden wahr

Hospizgäste werden mobil: (v.l.) Dirk Winter(Geschäftsführung ASB Münsterland e.V.), Stefanie Könitz-Goes (ASB Wünschewagen-Team Westfalen), Katja Zurmühl (Sozialarbeiterin Hospiz Soest), Udo Schröder-Hörster (Johanniter Vorstand im Regionalverband Münsterland/Soest) arbeiten beim Projekt "Wünschewagen" eng zusammen. Foto: Johanniter Regionalverband Münsterland/Soest

Noch einmal die warmen Sonnenstrahlen und die salzige Nordseeluft auf der Haut spüren oder ein letzter Ausflug ins eigenen Haus - Udo Schröder-Hörster, Teil der Hospiz Geschäftsführung in Soest war sofort klar, dass hier zwei Initiativen mit dem selben Geist zusammengefunden haben. "Mit dem Wünschewagen werden Hospizgäste wieder mobil. Ein tolles Angebot was den Menschen eine glückliche Zeit schenkt, die nicht mehr viel Zeit haben und das ist unbezahlbar", so Udo Schröder-Hörster.

 

Oftmals sei ein solcher Wunsch von Familienangehörigen und auch vom Hospiz nicht leistbar, da der gesundheitliche Zustand der Hospizgäste einen Ausflug oder eine "normale" Fahrt nicht zulässt. Hier hilft nun die neue Kooperation mit dem ASB-Wünschewagen. Ausgestattet ist der umgebaute Krankenwagen mit allen notwendigen Hilfsmitteln und Geräten, die für einen Krankentransport und akute Notfälle gebraucht werden. Ein Rettungssanitäter und eine Pflegefachkraft sind immer mit an Bord, um den Fahrgast so gut wie möglich zu betreuen und zu versorgen.

 

Bei einem Rundgang durch das Hospiz mit Sozialarbeiterin Katja Zurmühl macht sich Dirk Winter, Geschäftsführung vom ASB Münsterland e.V. ,zusammen mit Stefanie Könitz-Goes aus dem Wünschewagen-Team Westfalen, ein Bild vom Hospiz. In der Spieleecke hat ein Enkelkind gerade ein Kartenspiel für sich und seinen Opa entdeckt. Die liebevollen Gespräche im Gemeinschaftsraum oder auf den lichtdurchfluteten Gängen, vermitteln einen ersten Eindruck von der positiven Grundhaltung, die hier im Hause herrscht.

 

Der Wünschewagen kommt immer dann zum Einsatz, wenn sich die Familie den Transport nicht mehr zutraut oder eine Reise ohne pflegerische Hilfe und Unterstützung nicht mehr möglich ist, erklärt Stefanie Könitz-Goes. "Manchmal sind es einfache Wünsche: Die Sterbenden möchten noch einmal nach Hause oder an einer Familienfeier teilnehmen. Häufig wünschen sich die Menschen, einfach noch einmal ihr Zimmer im Hospiz oder auf der Palliativstation zu verlassen, ihren Lieblingsort zu besuchen, in die Heimat, ans Meer oder in die Berge zu fahren". Wichtig ist dabei vor allem, dass der Wunsch mit der kranken Person abgesprochen und zugleich für deren Verfassung auch möglich sei.

 

"Es geht beim Wünschewagen nicht um Überraschungen. Es geht darum, ganz bewusst das Positive in den Fokus zu rücken. Dazu gehört eben auch die Vorfreude", erklärt Stefanie Könitz-Goes. Eine erste Fahrt mit einem Hospizgast ist in Planung.


 

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