Dies & Das

Gradierwerk als Blindentastmodell

Dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins der Westfälischen Salzwelten durch die NRW-Stiftung wird das Projekt, das Bad Sassendorfer Gradierwerk als Blindentastmodell in Bronze aufzubauen, aktuell realisiert.

 

Künstler zeigte Entwurf aus Styropor

Der Künstler Felix Brörken aus Welver hat kürzlich in der Kulturscheune auf Hof Haulle für einen kleinen Personenkreis einen ersten Entwurf des Blindentastmodells aus Styrodur für das Gradierwerk präsentiert. Daraus wird im nächsten Schritt unter dem Aspekt "Barrierefreies Erlebnisgradierwerk" ein Blindentastmodell aus Bronze entstehen. Möglich ist dies durch die finanzielle Unterstützung des Fördervereins der Westfälischen Salzwelten durch die NRW-Stiftung in Höhe von 20.000 Euro, mit der auch schon die Einrichtung des Fahrstuhles am neuen Gradierwerk im Bad Sassendorfer Kurpark realisiert wurde.

 

Erlebnis-Gradierwerk ist ein Besuchermagnet

Das alte Bad Sassendorfer Gradierwerk wurde im Frühjahr 2018 abgerissen. Nach den ersten Arbeiten am Untergrund konnten die Bad Sassendorfer Bürger Ende April 2019 das Richtfest rund um das neue Gradierwerk feiern. Im August zur 100-Jahr-Feier der Großgemeinde Bad Sassendorf fanden bereits erste Führungen durch das imposante Bauwerk statt, im Frühsommer 2020 waren die letzten Arbeiten am Hauptteil des neuen Erlebnis-Gradierwerks abgeschlossen und die beeindruckende Architektur inmitten des Kurparks avancierte schnell zum Besuchermagneten. Mithilfe der finanziellen Unterstützung der NRW-Stiftung folgte die Einrichtung eines Fahrstuhls, um das gesamte Objekt auch für Menschen mit Handicap erlebbar werden zu lassen.

 

Manchen bleibt die optische Wahrnemung verwehrt

Während die meisten Besucher das Gradierwerk nun mit allen Sinnen genießen können, bleibt vielen Menschen mit Sehbehinderung die optische Wahrnehmung, die Architektur und die Dimension verborgen. Hier eine Möglichkeit zur Teilhabe zu schaffen, war das Anliegen der NRW-Stiftung und Grund für die finanzielle Unterstützung. "Inklusion spielt für uns eine wichtige Rolle. Nur so eröffnen wir allen Menschen die Chance, Zeugnisse unserer Kulturgeschichte zu erleben", betont Stiftungspräsident Eckhard Uhlenberg.

 

Die Modellanlage bringt Menschen zusamamen

Antonius Bahlmann, Vorsitzender des Fördervereins der Westfälischen Salzwelten, ergänzt: "Das Blindentastmodell war von Anfang an eigeplant, um Menschen mit Sehbehinderung die beeindruckenden Ausmaße des neuen Gradierwerkes sowie der BördeTherme erfahren zu lassen und auch Menschen ohne Handicap noch einmal die gesamte Anlage überschaubar zu verdeutlichen. Hinzu kommt, dass die Modelle Menschen zusammenbringen, da die beeindruckende Kulisse zum sprachlichen Austausch und zum gemeinsamen Entdecken einlädt."

 

In jedem Modell stecken rund neun Monate Arbeit

Der Bildhauer Felix Brörken hat mit seinem Vater schon über 100 Stadtmodelle in Bronze entwickelt, wobei die westfälische Handwerkskunst auch im außereuropäischen Raum sehr beliebt ist. In jedem Modell steckt durchschnittlich ein Dreivierteljahr Arbeit und Herzblut: Von detailgetreuen Fotos werden maßstabgerechte Pläne entworfen, die in einem erstem Styrodurmodell umgesetzt und geprüft werden, um im Anschluss in einem Wachsmodell weiterentwickelt zu werden. Aus diesem finalen Modell entsteht dann die Vorlage für das Bronzemodell.

 

Bronzenes Gradierwerk wird im Sommer fertig sein

Allein hinter der Herstellung des Styrodurmodells stehen unzählige Stunden filigranster Arbeit. "ich zähle die Stunden nie, weiß aber in etwa wie viele Wochen mich erwarten," so der Bilderhauer. Das fertige Bronzemodell wird voraussichtlich im Sommer 2021 am Gradierwerk zu bewundern sein.